Instandhaltung & Wartung mit Wärmebildkameras

Wärmebildkameras machen Verschleiß sichtbar, bevor er zum ungeplanten Stillstand wird. Thermografische Inspektionen laufen im laufenden Betrieb, berührungslos, ohne Demontage, mit reproduzierbaren Ergebnissen. Als zentrales Werkzeug der Predictive Maintenance erkennt die Infrarot-Thermografie thermische Anomalien oft Wochen vor dem mechanischen Versagen.
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Kein Anlagenstillstand
Normkonforme Dokumentation
DAS PROBLEM

Warum ungeplante Ausfälle so teuer sind.


10k–250k €

PRODUKTIONSAUSFALL PRO STUNDE, JE NACH ANLAGE


Ein ungeplanter Maschinenstillstand in der Fertigungsindustrie verursacht reine Produktionsausfallkosten in dieser Größenordnung, ohne Reparatur und Folgeschäden.

Die meisten dieser Ausfälle kündigen sich durch thermische Anomalien an. Ein Lager, das zu heiß läuft. Eine Klemmverbindung mit erhöhtem Übergangswiderstand. Ein Motor unter Überlast.

Konventionelle Instandhaltung findet diese Auffälligkeiten nicht, oder zu spät. Schwingungsanalyse erfordert Sensoren, manuelle Sichtprüfung ist nicht flächendeckend, Strommessungen liefern nur indirekte Hinweise.

Die Thermografie-Lösung

Wärmebildkameras erfassen die Temperaturverteilung ganzer Baugruppen in einer einzigen Aufnahme, berührungslos, im laufenden Betrieb, ohne Produktionsstopp. Eine einzige Inspektion kann Dutzende Hotspots dokumentieren, die sonst monatelang unentdeckt geblieben wären.

EINSATZFELDER IN DER INSTANDHALTUNG

Fünf Komponentenklassen, die wir regelmäßig prüfen.

Rotierende Antriebe

Elektromotoren & Antriebe

Lagerschäden, Wicklungsschäden, Kühlprobleme und Überlastbetrieb erzeugen charakteristische thermische Muster, lange vor dem mechanischen Versagen sichtbar.

TYPISCHE BEFUNDE

Lager-Hotspots, asymmetrische Erwärmung über Grenztemperatur

Wicklungsvergleich zwischen Phasen, Unsymmetrien zeigen Windungsschlüsse

Kühlkörper & Lüfteröffnungen, Verstopfung durch Staub oder Ölnebel

Kupplungen & Wellendurchführungen, Reibungswärme bei Fluchtungsfehlern
Tribologie

Wälz- & Gleitlager

Lager sind der häufigste Ausfallgrund rotierender Maschinen. Beurteilung im Betrieb, ohne Demontage, ohne Sensor-Nachrüstung.

TYPISCHE BEFUNDE

Übertemperatur durch unzureichende
Schmierung

Vergleich symmetrischer Lager
(linke vs. rechte Seite)

Trendmessung, Temperaturanstieg über
Wochen dokumentieren

Kombination mit Schwingungsanalyse für
höchste Sicherheit
Elektrotechnik

Schaltschränke & Elektroanlagen

Lose Klemmen, überlastete Sicherungen, fehlerhafte Schütze. Die Thermografie-Inspektion gemäß DGUV V3 und VDE 0105 findet diese Risiken ohne Öffnen der Anlage unter Last.

TYPISCHE BEFUNDE

Klemmverbindungen, erhöhter Übergangswiderstand erzeugt Hotspot

Sicherungen, asymmetrische Belastung
der drei Phasen

Schütze und Relais, Kontaktabnutzung
thermisch sichtbar

Prüfbericht als Nachweis für Versicherung
und Betriebsrat
Fluidsysteme

Rohrleitungen & Wärmetauscher

Korrosion, Ablagerungen und Isolationsmängel verursachen Energieverluste und Produktionsausfälle. Thermografie lokalisiert die betroffenen Bereiche exakt.

TYPISCHE BEFUNDE

Rohrleitungen, Beläge und Verstopfungen
(Temperaturgradient)

Wärmetauscher, Fouling-Bereiche durch ungleichmäßige Temperaturverteilung

Dampfsysteme, undichte Dampffallen
und Kondensatableiter

Isolationsmängel, Wärmeverluste
in Rohrisolierungen
Verdichtungstechnik

Pumpen, Kompressoren & Vakuumanlagen

Kavitation, Wellenabdichtungsmängel und Lagerprobleme erzeugen charakteristische Wärmesignaturen. Berührungslose Thermografie liefert sofortige Diagnose.

TYPISCHE BEFUNDE

Wellenabdichtungen, Leckagen durch Reibungswärme erkennbar

Kavitation, ungleichmäßige Temperaturverteilung im Pumpengehäuse

Druckluftleitungen, Leckagen durch Strahlungsabkühlung sichtbar

Vakuumsysteme, undichte Flansche thermisch lokalisierbar
METHODENVERGLEICH

Thermografie vs. konventionelle Methoden.

Warum Thermografie gegenüber Punktmessungen, Vibrationsanalyse oder reiner Sichtprüfung entscheidende Vorteile hat.
KriteriumThermografieKonventionelle Methoden
AnlagenstillstandNicht erforderlichOft notwendig
Messung unter LastJa, Betriebszustand messbarNein oder eingeschränkt
FlächendeckungGesamte Komponente in einem BildPunktmessung oder Stichprobe
DokumentationDigitales Thermobild & BerichtHandprotokoll
ReaktionszeitSofort vor OrtLaborbefund nach Tagen
Gefahr übersehenGering, flächige ErfassungHöher, Stichprobe
WiederkehrendTrend über Zeit nachvollziehbarBedingt
HINWEIS ZUR KOMBINATION

Thermografie und Schwingungsanalyse schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Thermografie zeigt WO ein Problem ist (Fläche, Komponente), Schwingungsanalyse zeigt WIE (Frequenz, Ursache). Gemeinsam liefern sie die höchste Diagnosesicherheit.

Ablauf

So läuft eine thermografische Inspektion bei uns ab

Thermografie erkennt, was Punktmessungen, Schwingungsanalyse und Sichtprüfung übersehen. Hier sehen Sie, wie eine Inspektion bei uns konkret abläuft.
1

Vorbesprechung

Wir klären gemeinsam, welche Anlagen geprüft werden sollen, welche Betriebszustände während der Messung herrschen und welche Prüfpunkte Priorität haben. So stellen wir sicher, dass die Inspektion unter realen Lastbedingungen stattfindet.

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2

Messung

Wir führen die Aufnahmen im laufenden Betrieb durch, berührungslos und ohne Produktionsstopp. Kritische Bereiche werden systematisch erfasst, mit korrekter Emissionsgradeinstellung und dokumentierter Messumgebung.

3

Analyse

Die Thermogramme werden ausgewertet, Hotspots bewertet, klassifiziert und mit Referenzwerten verglichen. Auffälligkeiten werden nach Dringlichkeit eingestuft.

4

Prüfbericht

Sie erhalten einen schriftlichen Prüfbericht mit allen Befunden, Thermogrammen, Temperaturen, Dringlichkeitsstufen und konkreten Handlungsempfehlungen. Der Bericht ist als Nachweis für Versicherungen und interne Audits geeignet.

Haben Sie Anlagen, die regelmäßig auf thermische Auffälligkeiten geprüft werden sollen?

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Häufig gestellte Fragen

Was Instandhalter und Betreiber vor der ersten Inspektion fragen.

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Was passiert, wenn ein Hotspot bei der Thermografie-Inspektion gefunden wird?

Wir klassifizieren jeden Befund nach Dringlichkeit gemäß ISO 18434: Normal, Verdächtig, Kritisch oder Sofortmaßnahme erforderlich. Jeder Hotspot wird mit Temperaturwert, Thermogramm und konkreter Handlungsempfehlung im Prüfbericht dokumentiert. Bei sofortkritischen Befunden informieren wir Sie noch vor Ort.

Kann ich meine eigenen Mitarbeiter für Thermografie-Inspektionen ausbilden?

Ja. Wir bieten Thermografie-Schulungen vom Einsteigerkurs (Grundlagen, 1 Tag) bis zum Zertifizierungslehrgang nach DIN EN ISO 9712 an. Für routinemäßige Instandhaltungsinspektionen im eigenen Betrieb reicht oft Stufe 1, für normkonforme Prüfberichte gegenüber Dritten wird Stufe 2 empfohlen.

Sind Thermografie-Prüfberichte als Nachweis für Versicherungen anerkannt?

Ja. Viele Industrieversicherungen fordern regelmäßige Thermografie-Inspektionen als Bedingung für volle Deckung bei Betriebsunterbrechungsschäden. Unser Prüfbericht enthält Angaben zum kalibrierten Messgerät, zum Thermografen-Zertifikat nach DIN EN ISO 9712 und zur angewandten Prüfmethode, und wird von den meisten Versicherungen akzeptiert.

Was kostet eine thermografische Inspektion?

Der Umfang bestimmt den Preis: eine Elektrothermografie-Inspektion eines einzelnen Schaltschranks ist schnell durchgeführt, eine umfassende Predictive-Maintenance-Begehung über mehrere Produktionshallen dauert entsprechend länger. Kontaktieren Sie uns mit einer kurzen Beschreibung Ihrer Anlage, wir erstellen ein unverbindliches Angebot.

Wie häufig sollte eine thermografische Inspektion durchgeführt werden?

Das hängt von der Kritikalität der Anlage ab. Als Faustregel gilt: sicherheitskritische Elektroanlagen jährlich gemäß DGUV V3, kritische Produktionsmaschinen halbjährlich, unkritische Aggregate jährlich. Für ein wirksames Predictive-Maintenance-Programm empfehlen wir ein individuelles Inspektionsintervall auf Basis Ihrer Anlagenliste.

Muss die Anlage für die Thermografie-Inspektion abgeschaltet werden?

Nein, das ist einer der entscheidenden Vorteile der Infrarot-Thermografie. Thermografische Inspektionen werden im laufenden Betrieb unter Normallast durchgeführt, berührungslos und ohne Produktionsstopp. Nur wenn eine Komponente thermisch auffällig ist, empfehlen wir eine weitere Diagnose oder gezielte Reparatur im nächsten geplanten Wartungsfenster.