Prozesse Überwachen und Automatisieren mit Wärmebild

Messen ohne einzugreifen
Viele Prozesse laufen unter Bedingungen, die eine direkte Kontaktmessung unmöglich oder gefährlich machen. Hohe Temperaturen, mechanische Belastung, Hochspannung oder laufende Produktionsprozesse erlauben keinen Zugang zum Messobjekt. Stationäre Infrarotkameras messen berührungslos, flächendeckend und ohne Unterbrechung, genau dort, wo Thermoelemente, Pyrometer oder Kontaktmessungen scheitern.
Die Infrarotkamera setzt bereits beim ersten Temperaturanstieg an, lange bevor herkömmliche Systeme überhaupt reagieren.
Kontinuierlich statt sporadisch
Manuelle Punktmessungen sind stichprobenartig und personenabhängig. Stationäre Wärmebildkameras überwachen rund um die Uhr im Dauerbetrieb, ohne Schichtabhängigkeit und ohne manuellen Aufwand.
Fläche statt Punkt
Ein Thermogramm erfasst eine gesamte Komponente oder Anlage in einer einzigen Aufnahme. Hotspots und thermische Anomalien werden automatisch lokalisiert, nicht erst gesucht.
Reaktion statt Protokoll
Wenn ein Temperaturschwellenwert überschritten wird, reagiert das System sofort, mit Alarm, Steuersignal an die SPS oder Protokolleintrag. Nicht erst beim nächsten Rundgang.
Branchen und Einsatzorte der thermografischen Prozessüberwachung
Metallurgie und Stahlwerke
Abstichprozesse, Schmelzöfen und Gießanlagen unter Echtzeitüberwachung, ohne Kontakt mit der Schmelze.
Glas- und Keramikindustrie
Kontinuierliche Temperaturprofile über Öfen und Kühlstrecken für eine gezielte Prozesssteuerung.
Energieerzeugung und Kraftwerke
Transformatoren und Generatoren thermografisch überwacht, kritische Erwärmungen erkannt bevor Ausfälle entstehen.
Zement, Kalk und Mineralien
Hotspots an Drehrohröfen erkennen, die auf Ausmauerungsschäden oder kritische Temperaturzonen hinweisen, als Frühwarnsystem vor kostspieligem Ofenschaden.
Kunststoff- und Extrusionsanlagen
Gleichmäßige Temperaturverteilung entlang der gesamten Extrusionsanlage überwachen. Abweichungen werden sofort erkannt, inline und ohne Produktionsstopp.
Papier- und Druckindustrie
Walzen, Trockner und Kalanderanlagen dauerhaft im Blick. Ungleichmäßige Temperaturverteilungen und Abweichungen vom Prozesssollwert werden frühzeitig erkannt.
Von der Kamera zum Prozesssignal
Erfassung
Die stationäre Infrarotkamera misst kontinuierlich die Temperaturverteilung im definierten Überwachungsbereich, 24/7, ohne manuellen Eingriff.
Auswertung
Die Auswertungssoftware analysiert Thermogramme in Echtzeit, erkennt thermische Anomalien und vergleicht Messwerte mit definierten Grenzwerten.
Reaktion
Bei Überschreitung eines Schwellenwerts erfolgt automatisch Alarmierung, Steuersignal an die SPS oder Protokolleintrag, ohne Verzögerung und ohne manuellen Eingriff.
Dokumentation
Lückenlose Aufzeichnung aller Messwerte, Ereignisse und Zeitstempel. Revisionssicher und auswertbar für Trendanalyse und Prozessoptimierung.
Was wir konkret für Sie übernehmen
Software
Auswertungssoftware für Echtzeit-Analyse, Alarmierung, Trendauswertung und Reporting.
Integration & Automatisierung
Technische Umsetzung, Schnittstellen, SPS-Anbindung, Inbetriebnahme und Support.
Wärmebildkameras
FLIR-Kameras mit fachlicher Beratung – keine Shopmentalität, sondern die passende Kamera für Ihre Messaufgabe.
Schulung
Prüfer qualifizieren nach DIN EN ISO 9712, Level I und II, auch vor Ort bei Ihnen.
Haben Sie Bereiche die rund um die Uhr überwacht werden müssen?
Häufig gestellte Fragen
Was Betreiber und Automatisierungstechniker vor dem Einstieg fragen.
Was ist der Unterschied zwischen gekühlten und ungekühlten Wärmebildkameras?
Gekühlte Kameras (InSb, MCT) verfügen über einen kryogenik gekühlten Detektor und erreichen eine Temperatursensitivität von unter 20 mK. Sie sind ideal für hochdynamische Prozesse, Lock-in-Thermografie und Messaufgaben mit höchsten Genauigkeitsanforderungen. Ungekühlte Mikrobolometer-Kameras sind kompakter, wartungsärmer und kostengünstiger, mit einer Sensitivität von typischerweise 50 bis 80 mK. Für die meisten Standardmessaufgaben in F&E reichen sie vollständig aus.
Kann ich die Thermografie-Ergebnisse für DFG- oder EU-Projektberichte verwenden?
Ja. Unsere Messberichte enthalten alle für Drittmittelberichte notwendigen Angaben: Messgerät und Modell, Kalibrierstatus mit Zertifikatsnummer, angewandte Messmethode, Randbedingungen wie Emissionsgrad und Umgebungstemperatur sowie Messunsicherheit. Die Berichte erfüllen die Anforderungen von DFG, BMBF und EU-Rahmenprogrammen und können direkt in Projektberichte übernommen werden.
Bieten Sie Messleihe oder Unterstützung bei Messkampagnen vor Ort an?
Ja. Für kurze Messkampagnen von 1 bis 5 Tagen stellen wir das Messsystem inklusive kalibrierter Infrarotkamera, Auswertungssoftware und fachkundiger Begleitung bereit. Für längere Forschungsprojekte beraten wir bei der Beschaffung eines eigenen Systems und der Schulung Ihrer Mitarbeitenden nach DIN EN ISO 9712.
Können Infrarotdaten und Thermogramme in wissenschaftlichen Publikationen verwendet werden?
Ja, wenn die Thermogramme korrekt dokumentiert sind: kalibrierte Farbskala mit Temperaturangabe, Emissionsgrad des Messobjekts, Kameramodell und Kalibrierstatus. Wir liefern alle Abbildungen in druckfähiger Auflösung (300 dpi, skalierbar) mit standardisierten Farbskalen und vollständigen Messprotokollen.
Wie viele Bilder pro Sekunde brauche ich für mein Thermografie-Experiment?
Faustregel: Die Bildrate sollte mindestens 5-mal höher sein als die charakteristische Änderungsrate Ihres thermischen Prozesses. Für langsame Wärmeübergänge im Sekundenbereich reichen 25 Hz. Für Schweißnähte oder Schlagvorgänge werden 100 bis 1.000 Hz benötigt. Für Explosionen oder Schockwellen sind Hochgeschwindigkeitskameras über 10.000 Hz erforderlich. Wir helfen bei der Anforderungsanalyse und Kameraauswahl.
Kann ich mit einer Infrarotkamera durch Glas messen?
Standard-Silikatglas ist für langwellige Infrarotstrahlung (8 bis 14 µm) nahezu undurchlässig. Sie messen dann die Glastemperatur, nicht das dahinterliegende Objekt. Für Messungen durch Fenster werden Germanium- oder Zinksulfid-Sichtfenster benötigt. Im kurzwelligen Infrarot (1 bis 5 µm) sind bestimmte Glastypen teiltransparent, hier sind Kurz- oder Mittelwellenkameras erforderlich. Wir beraten Sie bei der Auswahl des richtigen Fenstermaterials.

